Vasaloppet 2014: Von Wachs, Kunstschnee und anderen Unannehmlichkeiten

Vor zwei Jahren hatte ich meinen abschließenden Blogeintrag Grande Finale genannt. Ein Finale gab’s dieses Mal zwar auch, nur war’s halt nicht so Grande. Aber alles der Reihe nach …

Nach dem Skitest am Samstag waren wir uns erstmal nicht recht einig: Klister oder doch Hartwachs? Ich habe ich für eine aufgebügelte Mischung aus Swix KR50 und Rode Nera entschieden. Diese dann über Nacht draußen aushärten lassen und am Morgen kurz vor Start mit Swix V50 abgedeckt. Da die Klister am Tag vorher etwas gestollt haben und ich auf keinen Fall einen langsamen Ski mit zuviel Stieg haben wollte, hatte ich etwas Angst vor der reinen Klistervariante.

Wir waren pünktlich am Start und ich habe in Block 8 fast in der ersten Reihe gestanden. Erste Überraschung dann schon nach 300 Metern. Dort wurde das ganze Areal bereits auf die Hälfte reduziert, weil der normale Startbereich wohl immer noch unter Wasser stand. Entsprechend gab es den ersten Stau. Der setzte sich natürlich bis hinter den Startberg fort, das ist ja mittlerweile normal 😉 Ich habe es erfolgreich bis nach oben geschafft, ohne meine Stöcke zu zerbrechen (was man von etlichen anderen nicht sagen konnte). Oberhalb des Berges, wenn es etwas flacher bergauf geht, stellte sich schnell eines heraus: kein Stieg, das Wachs war zu kalt. Außerdem fehlten die Spuren! Der Schnee war so weich, daß die Loipen schnell zertreten waren. Daran änderte sich für die ersten 15 km zunächst auch erstmal nichts, alle schlingerten also munter durch den Wald. Ab Kilometer 15 konnte man dann langsam erste Loipen erahnen. Am besten war noch die ganz linke Spur, vermutlich weil dort eher Doppelstock gelaufen wurde. Resultat: in die linke Spur einordnen und mitschieben. An Überholen war selten zu denken, da die Nebenspuren einfach zu schlecht waren. Das Wachs machte das Ganze nicht besser, in der nunmehr ziemlich eisigen Spur hatte ich keinen Stieg, daneben stollte es sofort.

Bis Kilometer 40 ging es mit Doppelstockschieben ganz gut, dann setzte Schneefall ein. Je mehr Schnee in der Spur lag, desto langsamer ging es voran. Das ging soweit, das alle Läufer um mich herum nur noch eine Spur nutzten. Die Hoffnung auf eine gute Zielzeit hatte ich schon früh aufgegeben, innerlich endgültig abgeschalten habe ich dann ab Kilometer 55. Ab diesem Punkt gab es nämlich keinen natürlichen Schnee mehr, sondern nur noch Kunstschnee. Wer schon mal auf Kunstschnee gelaufen ist, weiß, wie weich der ist. Ergo, die Loipen, die bis dahin noch halbwegs vorhanden waren, verschwanden wieder völlig. Und so bin ich dann die letzten 35 Kilometer bis nach Mora ins Ziel geschlingert.

Die Uhr blieb am Ende bei 8:30:xx stehen. Wenn ich 15 Minuten durch den besseren Startblock herausrechne, war ich ungefähr eine Stunde langsamer als vor zwei Jahren. Immerhin waren sich die schwedischen Radioreporter einig, daß es der schwerste Vasaloppet mit den schlechtesten Bedingungen seit jeher gewesen ist. Als Fazit bleibt folgendes: schlechte Winter machen auch vor Skandinavien nicht halt, ich kenne immer noch kein 0-Grad-Wachs, was funktioniert und man kann 90 km tatsächlich auch als Amateur im Doppelstock durchschieben 🙂 (na gut, nicht ganz, die steilen Rampen mußte ich hochwandern 😉 ).

Die GPS-Aufzeichnung gibt’s übrigens später, wenn ich wieder daheim bin …

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