Auftakt im Namen des Regenten – König-Ludwig-Lauf 2014

2014-02-02-oberammergau

Mittlerweile hat der Winter zumindest ein wenig Einsehen mit den Langläufern. Nachdem der Erzgebirgsskimarathon verschoben und der Miriquidi ganz abgesagt wurde, fand letztes Wochenende wenigstens der König-Ludwig-Lauf in Oberammergau statt. Mit selbigem habe ich ja vor zwei Jahren schon zu kämpfen gehabt.

Die Vorbedingungen waren nicht die besten: zusätzlich zu den fehlenden Schneekilometern bin ich vorletzte Woche auch noch bei Eis die Treppe vor der Haustür runtergefallen und habe mir eine Rippenprellung zugezogen (irgendwas ist halt immer 😕 !). Immerhin habe ich letzte Woche dann im Bayrischen Wald doch noch ein paar Kilometer auf Skiern zurücklegen können, wußte also zumindest, wie sich Schnee anfühlt.

Während es vor zwei Jahren unglaublich kalt war, dieses Jahr das Gegenteil: am Samstag waren es 7° und die Sonne schien. Die Wettervorhersage für Sonntag orakelte 0° und etwas Neuschnee. Vorher also die obligatorische Runde durch Oberammergau, alle Stände der Wachshersteller abklappern und sich Tips holen. Einigkeit bestand selbstredend nicht (welch Überraschung!). Rex, Start und Holmenkol empfahlen Klister, Toko und Swix Hartwachs (auf Klister). Nun ja … Da ich in der Mehrzahl Swix-Wachse im Koffer hab, bin ich auch der Swix-Empfehlung gefolgt: K21N-Klister auftragen, über Nacht auskühlen lassen und morgens mit VR55 abdecken. Gesagt, getan, probiert – und ging nicht besonders gut, es stollte, zumindest an einem Ski. Also zum Auto zurück, alles entfernt und drei Schichten VR55 aufgetragen. Da die Zeit bis zum Start davon lief, mußte es damit gehen – tat es aber nicht. Vom allerersten Meter hatte ich keinerlei Stieg. Damit blieb nur eins: die ganze Strecke in Doppelstocktechnik schieben!

Aufgrund des Schneemangels wurde dieses Jahr auf einer 23 km-Runde gelaufen, in Summe also 46 km. Anstiege gab es daher kaum, nur am Anfang um den Ettaler Sattel herum muß man etwas auf und ab. Die Spur war in der ersten Runde fest und leicht vereist, so daß man mit Doppelstockschub gut voran kam. Das änderte sich dann gegen Ende der ersten Runde durch Neuschnee. Die Läufer blieben meist in der rechten Spur, jeder Wechsel beim Überholen kostete Kraft, da die Spuren daneben mit Neuschneeauflage um einiges langsamer waren. In der zweiten Runde ging’s nicht besser, der Schnee wurde weich und sulzig und die Spuren waren kaum noch zu erkennen. Dadurch wurde es ein ziemliches Geschlinger. Ein paar Kilometer vor dem Ziel mußte ich auch noch eine kurze Zwangspause einlegen: Krampf in der Bauchmuskulatur. Definitiv eine neue Erfahrung, man kann dann nämlich nur noch schlecht den Oberkörper bewegen 🙂 !

Ziel der ganzen Aktion war es durch eine entsprechende Zeit aus dem letzten Startblock beim Vasaloppet (wobei mir einfällt, daß ich gar nicht darüber geschrieben habe, daß ich einen Startplatz für dieses Jahr abbekommen habe) raus zu kommen (meine Zeit von vor zwei Jahren ist ja mittlerweile verfallen). Dafür hat’s gereicht, ich habe es mit knapp 3,5 Stunden sogar in Block 8 geschafft! Auch wenn die Bedingungen alles andere als schön waren: die Reise ins Ammertal hat sich dadurch gelohnt! Und man kann noch eine kleine Weisheit mitnehmen: die Profis an den Wachsständen sind bei schwierigen Bedingungen genauso planlos wie alle anderen 🙂 …

P.S.: Vor lauter Hektik am Start habe ich dieses Mal (fast) gar keine Fotos machen können!

volle Distanz: 45.67 km
Maximale Höhe: 890 m
Minimale Höhe: 837 m
Gesamtanstieg: 443 m
Gesamtabstieg: -443 m
Download

    • Andreas
    • Feb 10th. 2014 1:11pm

    Ich hoff mal, daß ich das bis Ende des Winters durchhalte 😉

    • Carsten Baukus
    • Feb 9th. 2014 11:02am

    Vielen Dank mal an dieser Stelle für die Berichte, die sind sehr informativ! Sportliche Grüße, Carsten

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