Testlauf mit Nanogrip

Während meiner Trainingswoche in Oberwiesenthal Ende letzten Jahres hatte ich endlich einmal Gelegenheit den Peltonen Nanogrip zu testen. Bisher hatte ich ja nur drüber gelesen bzw. ihn mal im Laden in der Hand gehabt.

Nanogrip BelagDer Nanogrip ist ein Klassikski und hat im Steigbereich einen aufgerauhten Belag. Ist ein bißchen schwierig zu beschreiben, der beste Vergleich ist normaler Belag den man kräftig mit grobem Sandpapier bearbeitet hat. Er fühlt sich uneben, aber nicht rauh und scharfkantig an. Peltonen verspricht einen vollkommen pflegelosen Ski, den man nicht mehr bearbeiten muß.

Den Ski gibt es in Oberwiesenthal beim Sport Gahler im Verleih (am Skistadion), allerdings das Modell 2011/2012 (in rot/blau). Das ist insofern wichtig, da bei diesem Modell wirklich nur die Steigzone aufgerauht ist, während beim aktuellen Modell (rot/weiß) der Belag von der Spitze bis zum Ende der Steigzone so präpariert ist. Bei den Einsteigermodellen ist gar der ganze Belag von vorn bis hinten aufgerauht.

Ich bin am Testtag mit meinen Fischer RCR Crown durch den Wald zur Verleihstation am Skistadion gelaufen, habe dann die Ski gewechselt, bin über den Ringweg auf den Fichtelberg rauf und über die Wellenschaukel wieder runter zurück zum Stadion gefahren. Danach ging es auf dem Börnerweg nach Tellerhäuser und wieder zurück zum Verleih (wer die Gegend kennt, weiß nun über das Streckenprofil Bescheid). Die Temperaturen lagen am Stadion bei -4°, auf dem Fichtelberg geschätzt 2-3° weniger, in Tellerhäuser aufgrund der Höhe wiederum geschätzt 2° mehr, also alles in allem zwischen -2° und -6°. Der Schnee war pulverig, mit geringer Feuchte, in Tellerhäuser eher Pappschnee, auf dem Fichtelberg recht fest.

Mein Eindruck vom Ski war durchschnittlich. Er gleitet recht gut, subjektiv etwas besser als der RCR Crown (ich habe zwar einen Gleittest gemacht, leider sind die Daten dazu verloren gegangen, da der Akku der Stopuhr am Ende war). Der Stieg schwankte zwischen zwei Extremen: funktioniert gut bis gar nicht. Die Strecke vom Stadion rauf zum Fichtelberg war eine einzige Quälerei, da der Ski überhaupt nicht steigen wollte. Der Rückweg von Tellerhäuser über den Börnerweg ging hingegen überraschend gut und flüssig, wobei der Schnee dort in jedem Fall feuchter war.

Als persönliches Fazit kann ich nach einem Testtag folgendes festhalten: solange die Temperaturen nicht wesentlich unter 0° Grad liegen, funktioniert der Ski ganz gut. Sobald die Temperaturen jedoch weiter absinken und die Anstiege steiler werden, ist die Steigfähigkeit des Nanogrip-Belages sehr schnell ausgereizt und das Laufen wird sehr mühselig. Leider hilft auch verstärkter Beineinsatz beim Stieg nicht weiter. Vermutlich ist das der Grund, warum beim aktuellen Modell der Belag zusätzlich in der vorderen Gleitzone aufgerauht wurde. Bleibt am Ende die Frage, für wen der Ski in Frage kommt? Als Einzelski für den Hobbyläufer ist er ganz klar zu teuer und selbiger wird damit sicher auch nicht glücklich, da der Einsatzbereich recht beschränkt scheint. Bleibt also der Einsatz als Zweitski für den Amateurrennläufer für 0°-Verhältnisse. In diesem Bereich gibt es mehrere Alternativen, so daß der Kauf gut überlegt sein will. Idealerweise kann man unterschiedliche Ski vor dem Kauf testen, was leider selten möglich ist. Eine Empfehlung zum unbesehenen Kauf kann ich jedenfalls nicht aussprechen.

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