Skadi Loppet 2014: Zweifelhafte Informationspolitik und Absage

Leider wird es keinen Saisonausklang in Bodenmais geben, denn der Skadi Loppet 2014 wurde abgesagt. Angesichts des Winterwetters ist das wirklich keine Überraschung mehr, was mich jedoch auf die Palme bringt ist die zweifelhafte Informationspolitik der Organisatoren. Noch letzten Freitag gab es die Ansage, daß der Lauf definitiv stattfinden wird. Die Bedingungen wurden als “gut bis sehr gut” bezeichnet (ausgenommen der Start-/Zielbereich). Lediglich die Strecke müsse verkürzt werden und die Kinderläufe abgesagt werden. Der Eintrag ist mittlerweile von der Homepage verschwunden, Pressemitteilungen kann man aber noch nachlesen. Außerdem wurde die Anzahl der Teilnehmer begrenzt – für mich ein klares Signal an potentielle Läufer “Schnell noch anmelden, bevor es zu spät ist!”

Nun also die Absage, die angesichts der Informationspolitik im Vorfeld einen schalen Beigeschmack hat. Sicher, für das Wetter kann niemand etwas und wenn eine Streckenpräparation nicht (mehr) möglich, dann ist das auch nicht zu ändern. Aber man gibt eine gute Woche vorher Pressemitteilungen heraus, daß der Lauf ‘definitiv’ stattfindet (trotz Wetterprognosen, die schon Ende letzter Woche auf absehbare Zeit strahlende Sonne versprachen), redet von guten bis sehr guten Bedingungen, setzt Starter mit einem Teilnehmerlimit unter Druck und sagt nur drei Tage später das Ganze ab? Angesichts der Wetterprognosen hätte man seitens der Organisatoren schon früher auf die Bremse treten können. Mit Verlaub, aber entweder sollte die Anzahl der Anmeldungen nochmal in die Höhe getrieben werden oder jemand ist der Überzeugung, daß Wetterberichte keinerlei Realitätsbezug haben und man sie daher nicht ernst nehmen muß …

Vasaloppet 2014: Von Wachs, Kunstschnee und anderen Unannehmlichkeiten

Vor zwei Jahren hatte ich meinen abschließenden Blogeintrag Grande Finale genannt. Ein Finale gab’s dieses Mal zwar auch, nur war’s halt nicht so Grande. Aber alles der Reihe nach …

Nach dem Skitest am Samstag waren wir uns erstmal nicht recht einig: Klister oder doch Hartwachs? Ich habe ich für eine aufgebügelte Mischung aus Swix KR50 und Rode Nera entschieden. Diese dann über Nacht draußen aushärten lassen und am Morgen kurz vor Start mit Swix V50 abgedeckt. Da die Klister am Tag vorher etwas gestollt haben und ich auf keinen Fall einen langsamen Ski mit zuviel Stieg haben wollte, hatte ich etwas Angst vor der reinen Klistervariante.

Wir waren pünktlich am Start und ich habe in Block 8 fast in der ersten Reihe gestanden. Erste Überraschung dann schon nach 300 Metern. Dort wurde das ganze Areal bereits auf die Hälfte reduziert, weil der normale Startbereich wohl immer noch unter Wasser stand. Entsprechend gab es den ersten Stau. Der setzte sich natürlich bis hinter den Startberg fort, das ist ja mittlerweile normal ;-) Ich habe es erfolgreich bis nach oben geschafft, ohne meine Stöcke zu zerbrechen (was man von etlichen anderen nicht sagen konnte). Oberhalb des Berges, wenn es etwas flacher bergauf geht, stellte sich schnell eines heraus: kein Stieg, das Wachs war zu kalt. Außerdem fehlten die Spuren! Der Schnee war so weich, daß die Loipen schnell zertreten waren. Daran änderte sich für die ersten 15 km zunächst auch erstmal nichts, alle schlingerten also munter durch den Wald. Ab Kilometer 15 konnte man dann langsam erste Loipen erahnen. Am besten war noch die ganz linke Spur, vermutlich weil dort eher Doppelstock gelaufen wurde. Resultat: in die linke Spur einordnen und mitschieben. An Überholen war selten zu denken, da die Nebenspuren einfach zu schlecht waren. Das Wachs machte das Ganze nicht besser, in der nunmehr ziemlich eisigen Spur hatte ich keinen Stieg, daneben stollte es sofort.

Bis Kilometer 40 ging es mit Doppelstockschieben ganz gut, dann setzte Schneefall ein. Je mehr Schnee in der Spur lag, desto langsamer ging es voran. Das ging soweit, das alle Läufer um mich herum nur noch eine Spur nutzten. Die Hoffnung auf eine gute Zielzeit hatte ich schon früh aufgegeben, innerlich endgültig abgeschalten habe ich dann ab Kilometer 55. Ab diesem Punkt gab es nämlich keinen natürlichen Schnee mehr, sondern nur noch Kunstschnee. Wer schon mal auf Kunstschnee gelaufen ist, weiß, wie weich der ist. Ergo, die Loipen, die bis dahin noch halbwegs vorhanden waren, verschwanden wieder völlig. Und so bin ich dann die letzten 35 Kilometer bis nach Mora ins Ziel geschlingert.

Die Uhr blieb am Ende bei 8:30:xx stehen. Wenn ich 15 Minuten durch den besseren Startblock herausrechne, war ich ungefähr eine Stunde langsamer als vor zwei Jahren. Immerhin waren sich die schwedischen Radioreporter einig, daß es der schwerste Vasaloppet mit den schlechtesten Bedingungen seit jeher gewesen ist. Als Fazit bleibt folgendes: schlechte Winter machen auch vor Skandinavien nicht halt, ich kenne immer noch kein 0-Grad-Wachs, was funktioniert und man kann 90 km tatsächlich auch als Amateur im Doppelstock durchschieben :-) (na gut, nicht ganz, die steilen Rampen mußte ich hochwandern ;-) ).

Die GPS-Aufzeichnung gibt’s übrigens später, wenn ich wieder daheim bin …

Vasaloppet 2014, Tag 8: Kollision mit der schwedischen Fauna

Letzter Eintrag vor dem Start! Den gestrigen Eintrag habe ich mir gespart, einfach weil es nichts zu berichten gab. Wir haben die Startnummern in Sälen abgeholt und eine Menge gegessen.

Heute nochmal einen Ausflug nach Evertsberg an die Strecke, um Ski und Wachs zu testen. Die Temperaturen lagen um die 0 Grad und es gab Neuschnee. Zwei verschiedene Klister probiert, beide eisten jedoch recht schnell. Als Alternative das ganze mit Hartwachs abdecken, was aber zu glatte Ski ergab. Der Zero-Ski tut’s aber auch nicht recht, da er bei glasiger Spur schnell an Stieg verliert. Wir haben uns letztendlich für mit Hartwachs abgedeckten Klister entschieden. Drunter Swix KR50 und VR50 obendrauf. Ist sicher nicht ideal, aber lieber einen etwas zu glatten Ski als einen, der stollt.

In Evertsberg hatte ich dann noch ein kurzes Intermezzo mit einem einheimischen Hund. Dieser mochte wohl die Farbe meiner Ski nicht oder meinen Laufstil oder beides. In jedem Fall hat er mich, während ich vorbeilief, kurz in die Wade gebissen. Ich hab zwar keine Wunde davongetragen, aber nun zumindest zwei rote Flecke in Zahnform am Bein. Falls das Vieh Skiläufer im Allgemeinen nicht mag, hat er morgen viel zu tun. Also hier meine Warnung an alle Mitläufer: es ist das letzte Gehöft auf der linken Seite in Evertsberg, bevor es bergab in den Wald geht! Also aufgepaßt!

Nun ab ins Bett, morgen um 4:00 Uhr ist Weckzeit!

Vasaloppet 2014, Tag 5: Abschlußtraining

Tag 5, noch einmal 13 ganz lockere Kilometer zum Abschluß. Damit ist das Trainingsprogramm zu Ende, ab morgen wird nicht mehr gelaufen, sondern stattdessen Schokolade, Nüsse und Nudeln gefuttert, soviel wie es geht :-D Das ist doch auch eine schöne Motivation, oder?

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Wir waren heute unten in Lindvallen, kurz vor Sälen. Über Nacht gab es noch einmal 5 cm Neuschnee, die Temperaturen lagen um die 3 Grad. Der Schnee war vormittags pappig und ab 14 Uhr wieder eisig. Auch heute hätte man mit Klister wohl keinen Spaß gehabt. Ich erwäge mittlerweile den Griff zum Nowax-Ski … Die Entscheidung treffe ich aber später, nach Wachstest und Streckenbesichtigung.

Gar so viel Neues gibt es leider nicht zu berichten. Auf der Strecke kommt mittlerweile schweres Gerät zum Einsatz, um Unmengen von Schnee zu verteilen. Außerdem werden Drainagen und Entwässerungsrohre mitten im Moor verlegt, um die Strecke trocken zu bekommen. Im Startbereich wurde der gesamte Altschnee abgetragen und alles neu aufgeschüttet. Außerdem wird mittendrin eine Alternativstrecke präpariert, für den Fall der Fälle. Die offizielle Webseite bietet einige interessante Bilder dazu. Alles in allem ein immenser Aufwand, damit das Rennen am Sonntag stattfinden kann! Morgen können 1600 Teams bei Stafettvasan schon mal testen, ob die Strecke hält.

Vasaloppet 2014, Tag 4: Zu viel Eis und zu viel Wasser

Wenn es eine Erkenntnis des heutigen Tages gibt, dann folgende: so schnell können sich die Verhältnisse ändern. Während in den vergangenen zwei Tagen sulziger Schnee das Vorankommen schwierig gemacht hat, hat sich der Schnee hier oben über Nacht in eine kompakte Eismasse verwandelt.

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Wir haben heute nochmal eine 24 km-Runde gedreht. Die Ski liefen fast wie von selbst, denn auf Eis braucht man fast nicht anschieben. Bergrunter ist’s natürlich etwas schwierig, bremsen kann man bei diesen Bedingungen eben auch schlecht. Aber wer bremst, verliert ja bekanntlich ;-) Gegen Nachmittag gab’s eine dünne Schicht Neuschnee bei 0 Grad, jedoch nicht der Rede wert.

Während hier über Nacht alles gefroren ist, sieht’s unten auf der Vasa-Strecke anders aus. Das warme Wetter hat die Moorlandschaft rund um Evertsberg vorzeitig auftauen lassen. Dort ist der Boden so weich, daß dort keine Loipenmaschinen fahren können. Außerdem steht in Sälen wohl das Startareal teilweise unter Wasser. Ergo, das Vasaloppet steht auf der Kippe, die Organisatoren stufen die Situation als kritisch ein. In einer Pressemitteilung steht zwar, daß man den Lauf durchführen will, zwischen den Zeilen kann jedoch lesen, daß letztendlich alles von der Wetterentwicklung der nächsten Tage abhängt. Eine Absage ist durchaus möglich. In jedem Fall scheint man am Sonntag nicht falsch gekleidet zu sein, wenn man mit Gummistiefeln am Start steht. :-)

Vasaloppet 2014, Tag 3: Unwirtliches Schweden

Wie der Titel bereits andeutet: Schweden zeigt sich erstmal nicht von seiner freundlichen Seite. Wir haben unser Quartier in Tandadalen mittlerweile in Beschlag genommen und gestern und heute die ersten Runden im Schnee gedreht. Gestern zum Eingewöhnen 14 km, heute dann 28. Alles aber ganz geruhsam, denn die Kondition, die man jetzt nicht hat, trainiert man sich nun auch nicht mehr an.

Wir haben zwar auf skandinavische Minusgrade und Pulverschnee gehofft, leider sieht’s draußen anders aus. Hier oben liegt zwar genügend Schnee, die Temperaturen lagen gestern aber bei 4 Grad, heute bei 2. Die Loipen waren sehr pappig und extrem langsam, außerdem liegt vom letzten Sturm noch jede Menge Geäst herum. Das Laufen war daher eher mühselig. Trotz Plusgraden wurde die Spur heute nachmittag sehr eisig, wenn der Lauf heute gewesen wäre, wäre ich beim Wachs definitiv überfordert gewesen. Die Wetterberichte für die nächsten Tage sind sich uneins, also abwarten.

Aber natürlich gibt’s auch Positives zu berichten: schwedische Waffeln sind sehr lecker (Empfehlung von Insidern: mindestens sieben Stück vor dem Lauf essen!), man kann die örtlichen Waldvögel prima aus der Hand mit Nüssen füttern und in der Loipe trifft man schwedische Eishockeylegenden (na gut, dafür braucht man schwedische Begleitung, um das zu mitzukriegen). :-) Mit Bildern sieht’s leider mau aus, da ich hier nur mobiles Internet habe. Das muß also bis in einer Woche warten … Eins geht aber … ;-)

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Vasaloppet 2014, Tag 1: Aufbruch

So, das Abenteuer Vasaloppet 2014 hat begonnen. Der Titel stimmt eigentlich nicht richtig, denn aufgebrochen bin ich mittlerweile schon.

Die ganze Ausrüstung (immerhin fast 30 kg) habe ich gestern auf Reisetasche, Ruck- und Skisack verteilt und heute morgen nach Berlin-Schönefeld transportiert, von wo aus der Flieger nach Oslo startete (inklusive Aufstehen um 4:45 Uhr – jammer, aber mit Kaffee ging’s). Die Dame an der Gepäckaufgabe für Sperrgut war wohl etwas gelangweilt oder sie mochte ihren Job besonders gern, in jedem Fall wollte sie alles ganz genau wissen. Also habe ich meinen Skisack ausgepackt und ihr geduldig und haarklein erklärt, warum ich ein Bügeleisen transportiere, wofür ein Strukturgerät gut ist, daß Klister ganz schlimmes Zeug ist und daß Hartwachs auf keinen Fall im Flieger explodieren kann. Sie hat sich wißbegierig alles angehört, alle Gegenstände mal in die Hand genommen (auch den Klister!) und mich am Ende mitfliegen lassen. Die erste Hürde also mit Bravour genommen!

Diesen Text schreibe ich übrigens am Flughafen Oslo während ich auf mein Sperrgut warte. Ein krasser Unterschied: daheim waren gesten 13 Grad und Sonnenschein, hier ist draußen ganz plötzlich wieder Winter.

Noch ein paar Worte zur Vorbereitung. Selbige war aufgrund des frühlingshaften Wetters natürlich alles andere als optimal. Alle Läufe, die ich bestreiten wollte sind wegen Schneemangel abgesagt worden (abgesehen vom König-Ludwig-Lauf). Die Wettkampfhärte fehlt also vollkommen, das war vor zwei Jahren anders. Als Ausgleich habe ich aber dieses Mal viel mehr Krafttraining hinter mir und viel auf Asphalt trainiert. Aufgrunddessen konnte ich den König-Ludwig-Lauf komplett in Doppelstocktechnik absolvieren (hätte ich das vorher gewußt, hätte ich da gleich die Skatingski genommen ;-)) Für den Vasaloppet sollte das Wachs aber besser passen … ;-) Alles in allem habe ich bisher nur ca. 110 km auf Schnee zurückgelegt. Das ist nicht viel, aber immerhin kommen diese Woche ja noch ein paar dazu!

Kammlauf 2014

Eine Überraschung ist das nun nicht wirklich: auch der Kammlauf wurde abgesagt:

Der für den 15. und 16. Februar geplante 42. Internationale Kammlauf in Klingenthal/Mühlleithen muss leider abgesagt werden. Die derzeitige Schneesituation auf der Kammloipe lässt eine ordnungsgemäße Durchführung nicht zu. Schneefälle, die diese Situation ändern würden, sind leider nicht in Sicht. Somit muss der diesjährige Kammlauf ausfallen. Nach Abstimmung mit dem EuroLoppet Team wird es keinen Ausweichtermin geben. Gezahlte Startgebühren werden auf das Jahr 2015 gutgeschrieben. Es erfolgt keine Erstattung von gezahlten Startgebühren.

Ich glaube fast, dies ist das erste Jahr, in dem alle Läufe in der weiteren Umgebung abgesagt werden. Traurig, aber das Wetter können wir nun nicht beeinflussen.

Nachtrag zum König-Ludwig-Lauf 2014

Fast vergessen und besser spät als nie: ein paar Bilder aus Oberammergau habe ich ja doch – sogar bewegte Bilder ;-)

Die Credits für die Musik gehen an übrigens Dirk Becker, tyrbedarf.de.

Grünes Thüringen

Thüringen scheint derzeit auch eher grün als weiß zu sein. Daher gibt es dieses Jahr leider keinen Rennsteig-Skilauf:

Aufgrund des Witterungsbedingungen wird der 37. RENNSTEIG-SKI-LAUF nicht stattfinden. In den letzten Tagen kam es zu keinen weiteren Schneefällen so dass der RENNSTEIG-SKI-LAUF nicht durchgeführt werden kann.

Alle bezahlten Anmeldungen werden für den 38. RENNSTEIG-SKI-LAUF in Bezugnehmen auf die Ausschreibung gutgeschrieben (siehe Meldeliste). Bei einer gewünschten Barrückerstattung werden nach Übermittlung der Bankdaten an den Veranstalter, 2/3 der Startgebühr zurücküberwiesen.

P.S.: Es läuft scheinbar irgendwie darauf hinaus, daß ich hier nur Veranstaltungsabsagen poste und sonst nix Sinnvolles …